Travel across USA!

Travel across USA!

Yes we did it – der Traum aller Motorradfahrer mit dem Bike durch die USA! Seit langer Zeit sprachen wir darüber endlich einmal mit dem Motorrad durch die USA zu fahren. Anlässlich des 60 Geburtstages meines Vaters war es dann so weit. Das Geburtstagsgeschenk war eine Sparbüchse mit “Kleingeld” für den Urlaub und ich “opferte” mich, die Motorradtour mit ihm zu bestreiten. Nach einer kurzen Planung stand fest, in welche Region es uns verschlagen sollte – wild wild west…

Nachdem ich noch nie in Vegas war, sollte dies unser Ausgangsort sein, von wo wir dann Richtung Osten aufbrechen wollten, um die Klassiker der Sehenswürdigkeiten zu bereisen.

Dank mehrmaliger vorangegangener USA-Aufenthalte kannten wir bereits die Einfachheit des amerikanischen Lebens und so beschlossen wir uns lediglich die erste Unterkunft in Vegas und die Motorräder von zu Hause aus zu buchen. Die restlichen Unterkünfte sollten flexibel und unserer Tour angepasst gebucht werden. Die Wahl fiel auf einen kleinen Motorradverleih in Vegas, dieser hatte einfach das beste Angebot und vor allem wichtig, unbegrenzte Meilen für die Motorräder! Ein kurzes Telefonat ein paar Monate voraus und 2 Harley Davidson V-Rods waren für uns reserviert.

Tag 1 -- Rund um Las Vegas

Eines Samstages im September trafen wir uns dann am Abend in Las Vegas am Flughafen (mein Vater war davor noch in Kanada unterwegs) und ließen den Urlaub mit einem lustigen Abend in Vegas beginnen. Für Sonntag nahmen wir uns noch nicht viel vor, wir wollten lediglich die Motorräder mal abholen und einfahren und vor allem Vegas auch tagsüber erkunden. Die Motorräder ausgefasst, fuhren wir raus zum Hoover-Staudamm, um danach am frühen Nachmittag durch Vegas zu schlendern. Es ist einfach eine verrückte und surreale Stadt, die man einmal gesehen haben muss!

Tag 2 -- Las Vegas -> Bryce Canyon

Am nächsten Tag starteten wir die Tour Richtung Norden, zuerst durch den Zion NP und dann zum Bryce Canyon. Spätestens jetzt hatten wir unsere Vorstellungen von 2012 – mit einer Freiheit durch atemberaubende Landschaften zu cruisen – verinnerlicht. Bist du Moped, is des geil…

Tag 3 -- Bryce Canyon -> Sedona

Auch wenns tagsüber gut heiß ist, so musste in der Früh die altbewährte Zeitung in der Brust her, da wars ordentlich frisch, schließlich waren wir auch in den Bergen. Vorbei am Lower Antelope Canyon gings Richtung Sedona. Die Stadt lag zwar prinzipiell gar nicht günstig für unsere Route, war aber jedenfalls einen Besuch wert!

Tag 4 -- Sedona -> Bluff

Der nächste Tag hatte es in sich – Grand Canyon war schon sehr gewaltig, was mich aber noch mehr geflasht hat, war das Monument Valley! Gigantische Steinformationen in einer farbenprächtigen Umgebung aus rotem Stein und grün und gelben Feldern, dazu noch die Abendsonne, das war nicht mehr zu toppen! Fast ein bissl das Highlight dieser Reise. Den in der Landkarte als Hotspot eingetragenen Mexican Hat sahen wir nur aus der Ferne und übernachteten in Bluff. Dort bekamen wir nur ein Bier, wenn wir auch was aßen, also teilten wir uns eine Tomatensuppe. Die Alkgesetze in den USA sind schon sehr speziell und auch für jeden Bundesstaat unterschiedlich.

Tag 5 -- Bluff -> Durango

Richtung Osten ging es weiter über den Mesa Verde NP mit seinen Aztekenruinen nach Durango, eine typische Westernstadt in Colorado.

Tag 6 -- Durango -> Alamosa

Leicht angeschlagen vom vorabendlichen Barbesuch mit Country-Live-Musik ging es weiter Richtung Osten über den Wolf Creek Pass nach Alamosa wo wir unser Quartier bezogen. Da wir bis dahin wieder einigermaßen fit waren, fuhren wir gleich noch zu den Great Sand Dunes, eine gewaltige wüstenähnliche Landschaft mitten in der Bergwelt.

Tag 7 -- Alamosa -> Colorado Springs

Somit konnten wir am nächsten Tag gleich direkt die längste Gerade die ich je gefahren bin antreten, die State Route 17 mit sagenhaften 43 Meilen (ca. 70km) ohne einen noch so kleinen Knick Richtung Norden. Über die Royal Gorge Bridge ging es dann Richtung Colorado Springs, wo wir übernachteten. Doch vorher ging es noch rauf auf den Pikes Peak, um quasi auf den Spuren von Walter Röhrl mit dem Audi S1 zu wandeln. Am Gipfel auf über 4.000m angekommen begann es dann leicht zu schneien, sodass wir uns nicht allzulange oben aufhielten.

Tag 8 -- Colorado Springs -> Glenwood Springs

Weiter gings nach Norden Richtung Rocky Mountain NP, die dort befindliche Trail Ridge Road, die am höchsten gelegene durchgehend asphaltierte Straße in Nordamerika (ca. 3.700m) und wieder runter vorbei am Nobelskiort Vail bis Glenwood Springs.

Tag 9 -- Glenwood Springs -> Montrose

Wir befinden uns noch immer in den Rocky Mountains und passieren Aspen in Richtung Independence Pass. Teilweise möchte man meinen man ist in den Alpen unterwegs. Über den Monarch Pass und den Black Canyon (auch sehr beeindruckend!) erreichten wir schließlich unser Tagesziel Montrose.

Tag 10 -- Montrose -> Moab

Wir verlassen Colorado in Richtung Tagesziel Moab, wo wir aufgrund der Hitze sogar mal die Badehose auspackten und den Pool genossen. Der Weg dorthin führte uns über den Unaweep-Tabeguache-Byway, eine Straße mit wie bereits auf dieser Reise gewohnt wenig Verkehr und atemberaubender Landschaft. Nach dem Baden im Pool schwangen wir uns sogar nochmals auf s’ Moped um Richtung Dead Horse Canyon zurück zufahren, dem “kleinen Bruder” vom Grand Canyon.

Tag 11 -- Moab -> Torrey

Um den Menschenmassen auszuweichen, fuhren wir bald in der Früh rauf Richtung Arches NP. Die Aussicht auf gigantische Steinformationen ließ uns sogar mit der Motorradkleidung durch die Hitze wandern. Nachdem uns der Dead Horse am Vortag so gefallen hat, fuhren wir noch ein zweites Mal hin, bevor es dann weiterging bis Torrey. Nachdem das Wetter ein bisschen herumzog, nahmen wir zuerst eine Stärkung, bevor wir später doch beschlossen noch einmal Richtung Capitol Reef NP zurück zu fahren. Das hat sich jedenfalls ausgezahlt!

Tag 12 -- Torrey -> St. Gorge

Schön langsam gings zurück Richtung Las Vegas, einen Zwischenstopp hatten wir noch in St. Gorge, das wir heute anvisierten. Der halbe Weg bis Nähe Bryce Canyon führte uns über den Utah Scenic Byway und war auch sehr schön, was danach kam, könnte einem die Lust aufs Motorradfahren nehmen. Es schüttete dermaßen und in Verbindung mit der Seehöhe auf der wir uns bewegten (ca. 2.000m) war es so kalt, dass wir die Feinmotorik in den Fingern verloren. Obwohl es ca. 30 min vor St. Gorge zu regnen aufhörte, wurden wir nicht mehr trocken, wir konnten uns nur mehr im Pool erwärmen.

Tag 13 -- St. Gorge -> Las Vegas

Der nächste Tag wieder das krasse Gegenteil. Von St. Gorge ging es über den Interstate 15 runter nach Vegas und mit jedem Höhenmeter wurde es ein Stück wärmer. Natürlich ließen wir es uns in Vegas nicht nehmen, den Strip einmal auf und abzufahren, bevor wir die Mopeds zurück brachten. Im Vergleich zum Vortag war dies eine Qual der anderen Art, bei 40 Grad im Schatten, nur Vegas hat keinen Schatten und dem 2-Zylinder V der von unten noch ordentlich einheizte, mussten wir am Abend den Flüssigkeitsverlust noch ordentlich kompensieren.

 

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