Tour de Alps

Eigentlich wollten wir aufgrund der positiven Erfahrungen am Balkan vom Vorjahr nach Rumänien. Doch leider verwehrte uns die “Pandemie” die Einreise, worauf wir kurzerhand entschlossen uns die französischen Alpen anzusehen. Dank “Pandemie” sollte der Verkehr auf den sonst doch sehr bevölkerten Passstraßen überschaubar sein.
Tag 1 -- zu Hause -> Übersaxen

Der erste Tag war ein Anreisetag, zumal es auf Höhe Ötztal ordentlich zu schütten begann. Nichts desto trotz ging sich in Vorarlberg noch ein schöner Pass übers Furkajoch aus, nachdem der Arlbergpass richtig verpisst war. Übernachtet haben wir dann in Übersaxen, wo wir mit „Draculablut“ wieder an Rumänien erinnert wurden…
Tag 2 -- Übersaxen -> Argentiere

Am zweiten Tag gings quer durch die Schweiz, über sehr schöne und nicht so schöne Pässe. Das Wetter war zwar nicht perfekt, aber zumindest trocken und wurde immer besser als wir Richtung Oberalppass fuhren. Der gehörte jedenfalls zu den schönen Pässen, wohingegen der Gotthard – auf den ich mich sehr gefreut habe – ein ordentlicher “Industriepass” ist, da hätte ich mir mehr erwartet. Der Nufenenpass war dann richtig schön und von da an passte sowohl das Wetter als auch die Qualität der Route. Entlang von gewaltigen Bergmassiven gings allmählich hinauf nach Argentiere, das bereits in Frankreich in der Chamonix-Mont Blanc-Area liegt, wo wir auch übernachteten.
Tag 3 -- Argentiere -> La Chambre

In der Früh starteten wir mit einem gewaltigen Blick auf den Mont Blanc in Richtung Süden. Der erste Pass war der Cormet de Roselend, bevor es weiterging Richtung Col de I‘Iseran, dem angeblich höchsten überfahrbaren Pass der Alpen. Auf der anderen Seite runter Richtung Bonneval-sur-Arc, das angeblich zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt. Wir errichten zwar schon am frühen Nachmittag unser Tagesziel wo wir übernachteten, fuhren aber noch rauf bis zum Col de la Madeleine, der mir seit meiner Kindheit von der Tour de France ein Begriff war. Wie wir bereits bei Antritt der Reise vermuteten, bestätigte sich, dass wir tatsächlich fast die einzigen waren, die mit dem Motorrad unterwegs waren. Hut ab aber vor den unzähligen Radfahrern, die sich auf die doch gewaltigen Höhen der Alpenpässe raufquälten!
Tag 4 -- La Chambre -> Caraglio

Auf den Spuren der Tour de France stand heute der anspruchsvollste Tag bevor. Der Beginn war der Col de la Croix de Fer, von wo es dann durch kleine Dörfer weiterging nach L‘Alpe d‘Huez. Manchmal hatte man schon das Gefühl durch die Wohnzimmer der Häuser zu fahren, so schmal waren teilweise die Gassen! In L‘Alp d‘Huez sieht man welchen Stellenwert der Radsport in der Region hat, gefühlsmäßig dreht sich dort alles ums Rennrad. Zu einem der schönsten Pässe zählt jedenfalls der Col du Galibier und der Weg führte weiter über den Col d’Izoard zum Col Agnel, der Grenzpass nach Italien. Auf der italienischen Seite nahmen wir dann noch den Colle di Sampeyre mit, bevor wir erschöpft von unzähligen Passkehren unser Quartier in Caraglio bezogen.
Tag 5 -- Caraglio -> Nizza

Nach dem kurzen Abstecher nach Italien fuhren wir über den Col de Larche wieder zurück nach Frankreich um den Cime de la Bonette auf 2.800 m zu erklimmen. Hier kann man tatsächlich mit dem Motorrad fast bis zum Gipfel fahren. Da wir weiter zum Col de la Cayolle wollten, fuhren wir dieselbe Strecke wieder runter. Von da an ging es praktisch nur noch bergab Richtung Nizza. Da die Strecke Richtung Isola schön sein sollte, machten wir aber vorher noch diesen Umweg, bevor wir dann tatsächlich Kurs auf Nizza nahmen.
Tag 6 -- Nizza -> Belforte

Am Vorabend haben wir die Altstadt von Nizza noch erkundet und dabei erfahren, dass heute der Zieleinlauf der Tour de France in Nizza ist. Dadurch mussten wir einen Umweg aus der Stadt rausfahren und heute war das erste Mal in dieser Woche richtig viel Verkehr. Dem fiel meine Vmax leider schließlich zum Opfer, nachdem sie überhitzte und sich der Lichtmaschinenregler verabschiedete. Zum Glück fanden wir eine super flexible Werkstatt, die meine Vmax bis am späten Nachmittag wieder repariert hatte. Da das Wetter auf unserer Route für die nächsten beiden Tage nicht sehr gut gemeldet wurde, machten wir noch etwas Meter, bis wir in einem kleinen Dorf Belforte Monferrato übernachteten.
Tag 7 -- Belforte -> nach Hause

Mit dem schlechten Wetter im Rücken starteten wir bereits inder Früh auf der Autobahn um erstmal genügend Vorsprung herauszufahren und verließen diese bis Villach auch nicht mehr. Von da an sah es wieder besser aus und gestärkt von der größten Bosna fuhren wir über die Turracherhöhe und den Sölkpass bis nach Hause.
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