Rumänien

Rumänien

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, somit war Rumänien heuer an der Reihe. Die Anreise nach Oradea machten wir mit unserem Transporter Bus, da wir uns das öde Autobahnfahren durch Ungarn sparen wollten. Den Bus konnten wir dann im Hotel stehen lassen, sie haben uns versprochen darauf aufzupassen. Eins gleich mal vorweg, Rumänien ist ein sehr schönes Land, die Leute sind sehr freundlich, die Straßen in einem eigentlich ganz guten Zustand und überhaupt waren wir vom Entwicklungsstand überrascht. Sicherlich gibt es da und dort noch einfache Verhältnisse, in den größeren Städten herrscht aber das pulsierende Leben.

Tag 1 -- Oradea -> Alba Julia

Oradea liegt noch in den Ausläufern des ungarischen Flachlandes, Richtung Osten wird es jedoch gleich etwas hügeliger. Auf dem Weg Richtung Cluj-Napoca fuhren wir an gigantischen Bauwerken vorbei, dort wurden künstliche Staudämme errichtet, das hatte ich so vorher noch nirgends gesehen. In Huedin machten wir einen kurzen Zwischenstop, die Stadt ist bekannt für ihre Architektur von Zigeunerhäusern. Danach ging es durch den Nationalpark Apuseni, wo wir fast alleine auf den Straßen unterwegs waren. Bei einem Gespräch mit Einheimischen im Nationalpark rieten uns diese von unserem weiteren Tagestourverlauf ab, da die Straße auf weiten Teilen noch Schotter sei. Wir hielten trotzdem an unserem Plan fest und es war die beste Entscheidung – die Straße wurde mittlerweile neu asphaltiert und somit sensationell zu fahren und somit kamen wir voller Freude in Alba Iulia an.

Tag 2 -- rund um Alba Julia

Nachdem wir im wohl exklusivsten Hotel in der Stadt innerhalb der Festung nächtigten, beschlossen wir eine Nacht zu verlängern und eine Tagestour rund um Alba Iulia zu fahren. Schließlich befinden sich hier in der Nähe ein paar sehenswerte Plätze die einen Besuch wert sind. Zuerst gings zur Burg Deva, die auf einer Bergspitze über der Stadt Deva thront und mit einer Standseilbahn erreicht werden kann. Danach besuchten wir eines der berühmten Schlösser Rumäniens, Schloss Hunedoara oder Schloss Corvin, ein sehr beeindruckendes und schönes Bauwerk. Rund um das Schloss wurde mit Souvenirständen das erste Mal Tourismus sichtbar und trotzdem einiges los war, machten wir eine Tour durch das Schloss. Danach ging es wieder retour und bevor wir unsere Festung in Alba Iulia erreichten, machten wir noch einen Abstecher zu Rapa Rosie, einer Schlucht, die vom Aussehen her fast an den Bryce Canyon in den USA erinnert.

Tag 3 -- Alba Julia -> Curtea de Arges

Heute wirds interessant, steht doch mit der Transalpina eine der beiden Königsetappen am Programm. Zuerst geht es noch gemütlich durchs Flachland Richtung Süden, doch bald befinden wir uns in hügeligem Gelände und nähern uns auf schönen kurvigen Straßen dem Gebirge. Ab der Baumgrenze wirds noch ein Stück besser, denn zusätzlich zur kurvenreichen Strecke ist hier oben auch die Landschaft eine Wucht und erinnert fast ein wenig an die heimischen Alpenpässe. Die Aussicht vom oberen Plateau ist überwältigend und beim Runterfahren hat man stets das südliche Flachland im Blick, einfach sensationell! Der weitere Streckenverlauf war wieder ähnlich wie bei der Berganfahrt und so erreichten wir schließlich unser Tagesziel Curtea de Arges, wo uns Papanasi die größte Nachspeise unseres Lebens in Erinnerung blieb.

Tag 4 -- Curtea de Arges -> Brasov

Zurück über die Gebirgskette der Karpaten geht es heute auf der zweiten Königsetappe über die Transfagarasan. Das erste Teilstück ist zwar etwas ruppig zu fahren, da der Asphalt in einem sehr schlechten Zustand ist, aber oben wirds dafür richtig läasig! Nicht nur der Asphalt wird besser, auch die Umgebung und Aussicht ist ein Wahnsinn! Auf der Passhöhe ist richtig was los und es tummeln sich die Leute um die zahlreichen Stände wo Einheimische ihre Spezialitäten verkaufen. Nach ein paar obligatorischen Fotos ging es dann auf der Nordseite über feinste Serpentinen wieder runter ins Flachland. Auf dem Weg zu unserem Etappenziel machten wir noch einen Abstecher zum Schloss Bran. Dort war uns der Tourismus jedoch zu ausgeprägt und so sahen wir das Schloss nur von außen. Wir stärkten uns noch mit einer Brotsuppe, einer weiteren rumänischen Spezialität, bevor wir die Weiterfahrt nach Brasov antraten. Brasov ist eine sehr schöne Stadt mit einem sehr belebten Zentrum. Wir genossen ein sehr gutes Abendessen am Hauptplatz und ließen den Tag in einer Bar noch gebührend ausklingen.

Tag 5 -- rund um Brasov

Ein weiteres Mal haben wir eine Tagesetappe wo wir am Abend noch einmal in dieselbe Stadt zurück kehren, da wir den südlich von Brasov gelegenen Bucagi Nationalpark besuchen möchten. Die Strecke führt uns in die Berge in ein kleines Skigebiet, abermals schöne kurvige Straßen, noch schönere Landschaft und Aussicht und das Beste – kein Verkehr! Auch wenn wir uns dort oben austoben konnten, war es zum zurückfahren noch zu früh und so fuhren wir weiter südlich Richtung Ploiesti um dann in einem Tal weiter östlich wieder in die Berge reinzufahren Richtung Brasov. Die Strecke war zwar schön zu fahren, aber verkehrstechnisch eine Katastrophe, kaum hat man einen LKW überholt, lief man auf den nächsten auf.

Tag 6 -- Brasov -> Borsa

Schön langsam gings wieder Richtung Startpunkt der Tour, schließlich hatten wir nur mehr 2 Tage. Der Weg führte uns entlang dem Verlauf der Karpaten in nördliche Richtung, wo wir den Pasul Mestecanis als Highlight befuhren. Eine Baustelle auf dem Weg dorthin bescherte uns einen großräumigeren Umweg, dadurch konnten wir auch in das noch sehr einfache ländliche Rumänien eintauchen. Hier waren es mehr Eselsgespanne als Autos die es zu überholen galt. Das Etappenziel erreichten wir dann in Borsa, unweit der ukrainischen Grenze.

Tag 7 -- Borsa -> Oradea

Geplagt von einer akuten Magen-Darm-Geschichte und damit einhergehender schlaflosen Nacht, starteten wir angeschlagen die letzte Tour. Vorbei am Barsana Kloster (leider wirklich vorbei, denn wir hatten nicht die Kraft dem Kloster einen Besuch abzustatten…), blieben wir im weiteren Tourverlauf am „fröhlichen Friedhof“ stehen, einem sehr bunt und lebhaft gestalteten Friedhof. Gesundheitlich gings bis dahin schon wieder einigermaßen, weshalb wir hier auch Halt machten um ihn zu besichtigen. Danach gings über Satu Mare heimwärts nach Oradea, wo wir voller Freude unseren Bus wieder vorfanden. Mittlerweile für uns keine Überraschung mehr, da uns im Laufe der Woche ohnehin bewusst wurde, dass eventuelle Sorgen über die Sicherheit vom Bus völlig unbegründet gewesen wären. Die köstliche Hühnersuppe am Abend renkte uns wieder vollständig ein, sodass der Heimreise am nächsten Tag nichts mehr im Wege stand.

 

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