Albanien

Bereits bei unserer Tour durch Ex-Jugoslawien wurde unser Interesse nach Albanien zu fahren geweckt. Wir trafen nämlich unterwegs einen Motorradfahrer der gerade von Albanien wieder zurück nach Hause war und uns von Albanien erzählte.
Nun war es soweit und wir luden die Harleys in einen VW Crafter, starteten früh morgens und waren bereits um ca. 17:30 in Shkoder angekommen. Dank eines Freundes der uns einen Parkplatz für den Bus organisiert hat, der gleich neben unserem ersten Hotel war, konnten wir die Woche beruhigt angehen, wussten wir unseren Bus ja in guter Umgebung. Bis zu unserem Trip war ich schon 3 Mal in Albanien und wusste dass das Land ganz anders ist als man es sich vorstellen sollte, bzw. wie es der allgemeinen Volksmeinung entspricht. Selbst wenn wir den Bus irgendwo abgestellt hätten, hätten wir uns keine Sorgen machen müssen. Die Menschen sind dermaßen freundlich und zuvorkommend, in den größeren Städten sprechen sehr viele Englisch, sodass die Kommunikation sehr einfach ist und die Infrastruktur ist mittlerweile sehr fortgeschritten. Wir sind teilweise zig Kilometer über neu asphaltierte Bergstraßen gefahren und das großteils ohne Verkehr! Freilich waren ein paar Schotterstraßen auch dabei, teilweise weil diese gerade für den neuen Asphalt vorbereitet wurden, teilweise weil einfach noch nicht modern ausgebaut (Konami) und teilweise weil wir uns mal kurz verfahren haben.
Tag 1 -- Shkoder -> Koman (Komani Lake)

Nachdem die Anreise schonmal sensationell funktioniert hat, ging es heute los Richtung Theth National Park. Zuerst im flachen Gelände raus aus Shkoder Richtung Norden, gings dann gleich mal über eine etwas schmälere und kurvige Straße weg Richtung Berge. Schön zum Einfahren, denn danach wurde es richtig kurvig und wir fuhren über zahlreiche Serpentinen rauf bis nach Theth. Sehr schöne Berglandschaft, und „leider“ mussten wir den schönen kurvigen Weg wieder zurück fahren, da Theth in einer Sackgasse liegt. Danach gings weiter nach Koman, ein kleiner Ort an einem Stausee, wo sehr viele Einheimische (Tages-)Urlaub machen. Die letzten 15km waren Schotterpiste und nachdem der Tag bis dahin fahrtechnisch schon anspruchsvoll war, auch schon etwas anstrengend zu fahren.
Tag 2 -- Koman -> Valbona

Am nächsten Tag gings auch die ersten 15km wieder auf derselben Schotterstraße zurück, da auch Koman in einer Sackgasse liegt. Heute war das Fahren auf der Schotterstraße aber schon was anderes, in der Früh noch munter und fit machte es direkt Spaß! Danach gings weiter über kilometerlange kurvige Bergstraßen bis Bajram Curri, von wo dann das letzte Stück bis ins Tal von Valbona wieder eine Sackgasse war. Herrliche Bergstraße entlang eines kleinen glasklaren Wildwasserflusses der bei der Hitze die Einheimischen zum Baden einlud, bis wir schließlich unser Tagesetappenziel erreichten. Valbona wird von Theth durch ein Bergmassiv getrennt, wir waren somit heute auf der anderen Seite von gestern. Es ist geplant die beiden Regionen mit einer Straße zu verbinden, wann diese fertig sein soll, weiß ich jedoch nicht. Nachdem es mit dem Baden in Valbona leider nichts wurde, der Fluss ist im oberen Bereich sehr seicht und erdig, saßen wir gleich beim Wirten. Sollte sich später als richtig herausstellen, dass wir uns den Platz gesichert haben, denn der Gastgarten füllte sich stetig bis zum Abend, wo wir dann teil eines sehr gemütlichen Abends mit albanischer Musik und Tanz wurden.
Tag 3 -- Valbona -> Golem

Am nächsten Tag gings wieder zurück Richtung Bajram Curri, wo wir dann aber östlich Richtung Kukes abbogen um von Kukes wieder herrliche Bergstraßen in westliche Richtung befahren konnten. Durch den Bau der Autobahn Richtung Tirana kam die alte Straße so sehr in Vergessenheit, dass wir uns dort tatsächlich alleine bewegten! Heute tauchten wir erstmals ein in die albanischen Tourismusregionen, als wir durch Durres bis zu unserem Tagesziel nach Golem fuhren. Zahlreiche moderne Hotels entlang der schönen Sandstrände in der Bucht von Durres zwangen uns, den heutigen Abend auch mal am Pool zu verbringen.
Tag 4 -- Golem -> Vlora

Durch eher flaches Gelände fuhren wir wieder rein ins Landesinnere um Berat, die Stadt der 1000 Fenster zu besuchen. Sehr schöne Stadt, vor allem im Zentrum mit dem schönen Altstadtkern und dem obligatorischen Fotomotiv. Weiter gings wieder Richtung Meer, Vlora sollte unser Tagesziel sein. Bis dahin motorradtechnisch etwas unspektakulär, fuhren wir über den neu errichteten Vlora-Bypass quasi einmal rund um Vlora, bevor wir unser Hotel wieder direkt an der Felsküste von Cold Water erreichten. Am Bypass gibt es 2-3 Stellen wo man eine sehr schöne Au ssicht auf die Stadt Vlora, die Insel Sazan und den Karaburun hat. Den heutigen Abend ließen wir im Restaurant direkt am Meer ausklingen.
Tag 5 -- Vlora -> Ksamil

Unterhalb von Vlora befindet sich die Halbinsel Karaburun über den eine Passstraße auf die südliche Seite nach Green Coast führt. Das Meer ist hier glasklar und so entstand dort ein nobles Touristenresort (bzw. wächst weiter). Nachdem es heute wieder sehr heiß war, legten wir dort einen kurzen Badestopp ein und gestärkt vom teuersten Getränk dieser Woche fuhren wir dann über schöne kurvige Straßen weiter Richtung Sarande, einer größeren Stadt die mittlerweile sehr gut vom Tourismus lebt. Unser Tagesziel heute war die südlichste Stadt Albaniens Ksamil, welche nur wenige Kilometer neben der griechischen Insel Korfu liegt. Dort ließen wir den Abend bei sehr gutem Essen und anschließendem Sundowner an der Beachbar vergehen.
Tag 6 -- Ksamil -> Korce

Rein ins Landesinnere führte der Weg Richtung Gjirokaster, vorbei am Blue Eye, die wasserreichste Quelle Albaniens und mittlerweile Nationalpark und über einen Bergrücken mit schöner kurviger Straße. Die Stadt Gjirokaster ist eine der ältesten Städte Albaniens und ihre Burg und Altstadt Zielpunkt vieler Touristen. Uns waren zu viele Leute und so setzten wir unsere Reise über schöne kurvige Straßen entlang des Flusses Vjosa fort, bis wir unser Tagesziel Korce erreichten.
Tag 7 -- Korce -> Tirana

Der heutige Tag hatte es nochmals in sich, wir haben nicht damit gerechnet, dass die Strecke dermassen lässig ist, aber über feinste Bergstraßen begleitet von sehr schöner Landschaft ging es in nördliche Richtung nach Elbasan. Von dort nahmen wir dann natürlich den Weg über die Berge um letztendlich unser Ziel Tirana zu erreichen. Tirana ist eine sehr pulsierende Stadt die man unbedingt erlebt haben muss!
Tag 8 -- Tirana -> Shkoder

Nach einem sehr gemütlichen kulinarischen Abend in Tirana hatten wir am nächsten Tag nur mehr ein kurzes Stück bis nach Shkoder, von wo aus es leider wieder heimwärts ging.
© All Rights Reserved.